Boliviens Süden auf eigene Faust – Lohnt sich das Abenteuer?

Anita Sukan
Ich träume von einer Welt, in der jeder sein Leben in die Hand nimmt.

*PRODUKTPLATZIERUNG: Dieser Beitrag ist in Kooperation mit Biz Rent A Car entstanden. Unabhängig davon spiegelt der Inhalt dieses Beitrags meine persönliche Erfahung und Meinung wieder. Alle Details zu den Richtlinien von Kooperationen findest du im Code of Conduct

Traditionelle Kleidung, außergewöhnliche Wüstenlandschaften, abgelegene Gebiete – seit Beginn der Reise stand für Eric und mich fest, dass Bolivien eines der Highlights unserer Reise werden könnte. Vor allem der Süden Boliviens, der sogenannte Sur Lipez, lockte mit seiner Lagunenroute und dem Nationalpark Reserva Nacional de Fauna Andina Eduardo Avaroa.

Wir wussten es wird kein Zuckerschlecken denn es warteten verschiedenste Herausforderungen: unmögliche Straßenverhältnisse und keine Tankstellen, wenige Unterkünfte, Nachttemperaturen bis zu -15° Celsius und fast keine Möglichkeit, etwas zum Essen zu kaufen. Wie wir diese Herausforderungen gemeistert haben, welche Route wir gefahren sind und vor allem ob es sich gelohnt hat, erfahrt ihr in diesem Beitrag.

“Wer Dornen sät, darf nicht erwarten Rosen zu ernten.”

BOLIVIANISCHES SPRICHWORT

Im nahegelegenen San Pedro de Atacama (Chile) planten Eric und ich den Bolivien-Trip.

Da die dortigen Straßen nur mit einem Off-Road Auto zu befahren sind stand es gleich fest, dass wir mit unserem Van nicht fahren können. Zwar gibt es in San Pedro de Atacama unzählige Tour-Anbieter, die eine 3- oder mehr-Tages-Tour inklusive Verpflegung und Unterkunft anbieten aber für Eric als Fotografen kommen solche Touren nicht infrage – und ich mag solche One-Size-Fits-All Touren ebenfalls nicht.

Der Mietwagen.

Biz Rent A Car ist eine der wenigen Firmen, die es erlauben in den Süden und den größten Salzsee der Welt, den Salar de Uyuni, zu fahren. Da wir im Netz viele positive Berichte über den Anbieter fanden, entschieden wir uns für sie. Mittlerweile können wir die positiven Berichte allerdings nicht teilen aber dazu später mehr.

 

Die Firma ist zwar in Sucre angesiedelt aber um uns unnötige Kilometer zu sparen vereinbarten wir für einen hohen Aufpreis das Auto in Uyuni abholen und abgeben zu können. Wir entschieden uns für einen Toyota Hilux Baujahr 2018, das kostengünstigste (aber keineswegs günstige) Off-Road-Modell. In dem Mietpreis inbegriffen waren:

 

  • 1.100 km, welche wir leicht überschritten haben;
  • 2 Ersatzreifen, von denen wir einen auch wechseln mussten;
  • 1 Abschleppseil, dass wir ebenfalls benötigten;
  • 1 Navigationsgerät, welches im Süden absolut nutzlos ist;
  • 1 Schaufel, die fast essentiell ist und
  • 60L Extrasprit mit Schlauch, ohne das man nicht in den Süden fahren kann (gegen Aufpreis).

 

Die Kommunikation und Organisation mit Biz Rent A Car verlief rasch und problemlos über What’s App. Freundlicherweise erklärte sich die Firma auch bereit, die Garantie in Bar entgegenzunehmen, da wir zu dem Zeitpunkt nur eine Kreditkarte hatten. Der Fahrer, welcher das Auto in Uyuni ablieferte, war pünktlich und erklärte uns die Grundfunktionen des Autos. 

 

Bis zum Zeitpunkt der Rückgabe des Mietwagens verlief alles einfach und problemlos. Mit einer Ausnahme: leider überlebte ein Reifen unser Bolivien-Abenteuer nicht. Während das Auto parkte und wir die Laguna Colorada besuchten, bildeten sich große Risse an beiden Seiten des Reifens. Da wir fest davon überzeugt sind, dass die Ursache des Defekts nicht unsere Schuld war, waren wir bei der Rückgabe nicht bereit, für die Kosten des Reifens und schon gar nicht der angeblich defekten Felge aufzukommen.

 

Die Rückgabe des Mietwagens zeichnete sich somit durch langwierige Telefonate mit Sucre aus, bei denen ich mir die einen oder anderen fehlplatzierten persönlichen Vorwürfe anhören durfte. Auch der Fahrer, welcher das Auto abholte, verstand unseren Standpunkt und half so gut es geht, mich zu trösten und zu vermitteln.

 

Letztendlich wurde mir das ganze zu bunt und ich willigte ein 100 USD zu bezahlen – einfach um einen Strich darunter setzen zu können.

Die Route.

Von San Pedro de Atacama fuhren wir über den Grenzübergang Ollagüe nach Uyuni und stellten dort auf einem sicheren Parkplatz unseren Van ab.

Mit dem Toyota Hilux ging es anschließend Richtung Süden. Die erste Nacht wollten wir eigentlich in Villa Mar verbringen, landeten aber im kleinen Dorf Mejillones. Die restliche Route war wie folgt:

Aguas Termales & Desierto de Dalí -> Laguna Colorada -> Alota -> Laguna Canapa -> Salzhotel im Süden des Salar de Uyuni -> Isla Incahuasi & Salar de Uyuni -> Uyuni

Die Straßen.

Wenn man sich an die Hauptrouten hält, sind die Straßen halbwegs okay. Das Problem ist allerdings, dass die Hauptrouten dich nicht zu den eigentlichen Sehenswürdigkeiten bringen. Aus diesem Grund ist man gezwungen im wahrsten Sinne des Wortes über Stock und Stein zu fahren.

Bis Villa Mar kommt man auf den Straßen relativ zügig voran, danach sind allerdings auch auf den Hauptverbindungen Ruckelpisten das Standardprogramm. Oftmals kommt man nur im Schritttempo weiter.

Wir sind innerhalb einer Woche 2 Mal stecken geblieben, hatten einen völlig zerfetzten Reifen und haben oft gesehen, dass auch Touren nicht vor Defekten gefeit sind. 

Die Unterkünfte.

Die Unterkünfte im Süden Boliviens sind sehr rar und arbeiten fast ausschließlich mit Tour-Anbietern zusammen. Da wir auf eigene Faust unterwegs waren, war es für uns sehr schwierig einen Schlafplatz zu finden.

Auch wenn wir zum Glück immer eine Unterkunft fanden, fühlten wir uns (bis auf eine Ausnahme) immer unerwünscht und als Gast 2. Klasse. Die Gastgeber mussten erstmal überredet werden, dass wir überhaupt als Particularos (Alleinreisende) einchecken dürfen und machten sich auch sonst keine Mühe freundlich und hilfsbereit zu sein.

Das Essen.

Ääääh… Welches Essen?! Neben den Straßen, den Unterkünften und der Kälte war auch noch das Essen eine Herausforderung. In den Unterkünften gab es zwar Abendessen aber dieses war nur für die Touren bestimmt.

Wir haben 2 Mal die Reste einer Tour gegessen, um zumindest irgendwas im Bauch zu haben. Ein paar Male benutzten wir die Küche und kochten für uns selbst, obwohl das auch nicht üblich ist. 

Das Fazit.

Die Landschaft im Sur Lipez mag zwar nicht unschön sein und einige fotogene Lagunen im Angebot haben aber diese waren es nicht wert sich all den erwähnten Herausforderungen zu stellen.

Es waren nicht nur die teuersten Tage, sondern auch die kältesten Nächte der bisherigen Reise. Die Straßen waren äußerst anstrengend und die mangelnde Essens- und Unterkunftssituation machte es schwierig, sich zumindest Abends etwas zu entspannen.

Rückblickend betrachtet würde ich mir all diese Strapazen auf jeden Fall sparen, vor allem weil ich landschaftlich sehr starke Parallelen zu Tierra del Fuego sah (welche mich auch nicht unbedingt vom Hocker geworfen hat) – und zwar ohne der Nebeneffekte der über 4.500m Höhe.

Abschließend noch ein Tipp für deinen Sur-Lipez-Trip.

Wenn du dich von meinem Bericht nicht abschrecken hast lassen und trotzdem nach Boliviens Süden reisen möchtest, solltest du eine Tour in Erwägung ziehen – obwohl ich kein Fan von Touren bin.

Mit einer Tour bist du zwar nicht so flexibel wie wir es waren, aber du hast keine Scherereien mit der Mietwagenfirma, musst dich nicht um Essen und Unterkunft kümmern und wenn das Auto feststeckt oder den Geist aufgibt (passiert auch den Touren regelmäßig!), kannst du die Sonne genießen und urkomische Lamas beim Grasen beobachten.

In Eric’s Blogbeitrag kannst du die ganze Geschichte nachlesen wie wir 2 Mal stecken geblieben sind, wer uns gerettet hat und wieso wir nicht besonders angetan sind von der Mietwagenfirma. Um zu seinem Beitrag zu gelangen, klicke hier!

Vision.
Ich bin der festen Überzeugung, dass tief im Inneren jeder von uns ein etwas besserer Mensch sein möchte.
Diese positive Veränderung ist für jeden möglich – egal, ob es um erfüllendere Taten, schönere Worte oder um positivere Gedanken geht.
Ground and Wander soll dir den vielleicht letzten Stups geben, den für dich richtigen Weg zu finden und dich ermutigen, ihn auch zu gehen.
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