4 Dinge, die ich am meisten von daheim vermisse

Anita Sukan
Ich träume von einer Welt, in der jeder sein Leben in die Hand nimmt.

Seit knapp 8 Monaten bin ich nun weg von daheim und weg von dem „normalen“ Leben. Mittlerweile kommt es auch immer wieder vor, dass ich Heimweh habe. Ich vermisse meine Familie, meine Freunde und die regelmäßigen Spritzerabende mit ihnen.

Das ist vorerst nichts Außergewöhnliches. Welche außergewöhnlichen Sachen ich noch vermisse erfahrt ihr in diesem Beitrag.

 

Stille.

Andreas Altmann hätte es treffender nicht formulieren können: Stille sollte als ein Menschenrecht aufgenommen werden. In Südamerika wird man permanent einer Geräuschkulisse ausgesetzt, die es teilweise unmöglich macht seine eigenen Gedanken zu hören.

Unglaublich laut ist der Verkehr in den Städten. Nicht nur die Autos an sich sind laut, zusätzlich hupt jeder und immer. Wahrscheinlich wollen sie damit kommunizieren: „Ich biege ab. Ich bremse. Ich fahre los. Ich will überholen. Ich will vorbei. Es ist momentan zwar keiner da, der durch mein Gehupe auf irgendetwas hingewiesen werden könnte – aber ich hupe trotzdem.“

Was in Argentinien außerdem sehr beliebt ist, ist es alle anderen Straßenteilnehmer an seiner Musik (meist Reaggeton) lautstark teilhaben zu lassen.

Musik ist prinzipiell omnipräsent. So gut wie jedes Geschäft, Restaurant – ja sogar Obststände die etwas von sich halten, investieren in riesige Boxen um alle im Umkreis von einem halben Kilometer darauf aufmerksam zu machen, dass man offen für Kundschaft ist. 

Etwas seriösere Lokale wie z.B. Arztpraxen verzichten glücklicherweise auf Reaggeton. Ganz ohne Beschallung geht es allerdings auch dort nicht, denn es steht oder hängt irgendwo ein obligatorischer Fernseher auf dem entweder stets erschreckende Nachrichten laufen oder Talkshows, die hochwichtige, tiefgründige Themen bis aufs Mark zerpflücken.

Meine Morgen-Routine.

Ja, ich wollte raus aus dem Hamsterrad und weg von der 9-5-Routine. Was ich allerdings sehr zu schätzen gelernt habe, ist die morgendliche Routine die sich über die letzten Jahre eingebürgert hat: Aufstehen, Yoga, Meditation, Duschen und sich für die Außenwelt ansehnlich herrichten, frühstücken.

Die letzten paar Monate waren Eric und ich vorwiegend in kühleren Gegenden unterwegs weshalb am Morgen weder Yoga noch Duschen möglich war. Auch die Sache mit „für Außenwelt ansehnlich machen“ ist mittlerweile nur mehr in einer sehr abgespeckten Version in meiner Morgenroutine vertreten.

Auch beim normalen Frühstück mache ich Abstriche, denn mein bevorzugtes Frühstück war Müsli/Porridge mit Joghurt.

Joghurt.

Hättest du gedacht, dass es weder in Argentinien noch in Chile normales Joghurt gibt? Also ich nicht!

Was man hier zwar bekommt sind Fruchtjoghurts in verschiedensten Geschmacksrichtungen – die aber eher nach Pudding schmecken.

Manchmal habe ich Glück und finde ein Yogurt Sabor Natural (natürlicher Geschmack), muss aber dennoch immer darauf achten, dass es doch nicht „endulcado“ also gesüßt ist. Geschmacklich sind allerdings auch die nicht gesüßten weit gefehlt von Schärdingers Joghurt im Glas.

Mischbatterien.

Als eine Freundin morgendlicher, kurzer, knapper, effizienter Duschen mit abschließender Kaltdusche habe ich mein Duschverhalten komplett umstellen müssen. Es fängt schon mal so an, dass ich an manchen Tagen gar keine Dusche zur Verfügung habe. An anderen Tagen ist es warm genug und ich kann unsere Außendusche am Van nutzen.

Die meiste Zeit allerdings dusche ich in Duschen, in der sich ein gemeiner Gnom versteckt und sich einen Spaß daraus macht, die Temperatur vom Wasser zu manipulieren. Nachdem ich nämlich minutenlang versuche eine halbwegs angenehme Temperatur zu finden und mich endlich unter den Wasserstrahl zu stellen traue, wartet der Duschgnom meist ein bisschen, um mich in Sicherheit zu wiegen, bevor er sein bösartiges Spiel beginnt.

Entweder dreht er das heiße Wasser komplett ab sodass ich kurz vor einem Herzstillstand stehe oder er dreht das heiße Wasser voll auf, worauf sich meine erste Hautschicht schon abzulösen beginnt. Meist kommt er dann richtig in Fahrt und gibt mir abwechselnd heiß-kalt-heiß-kalt. Wenn ich genau hinhöre, kann ich sein diabolisches Lachen in den Rohren hören.   

Richtig böse wird er allerdings wenn ich meine Haare wasche: da wartet er bis meine Haare richtig voller Wascherde sind – und dreht dann den Wasserhahn zu sodass das Wasser nur tröpfchenweise herauskommt und ich Ewigkeiten brauche, um meine Wallemähne zu spülen. 

Excel-Listen.

Ich gebe es offen zu: ja, ich bin ein Freak und Excel-Listen zu führen um anschließend irgendwelche Analysen und Diagramme zu erstellen, macht mir Spaß.

Ich gebe es auch offen zu, dass ich (zwar selten aber doch) das Arbeiten-Gehen vermisse. Vielleicht nicht konkret meinen letzten Job, aber ich vermisse das hektische Daily-Business-Life und ich vermisse es, regelmäßig Leistungen zu erbringen, in denen ich sehr gut bin – wie z.B. eben Excel.

Zum Glück darf ich zumindest unsere Reisekosten budgetieren, kalkulieren und analysieren!

 

Kannst du nachvollziehen, dass mir diese Sachen fehlen oder findest du das total schräg? Was vermisst du am meisten, wenn du länger unterwegs bist? 

Ich freue mich sehr über dein Kommentar!

Vision.
Ich bin der festen Überzeugung, dass tief im Inneren jeder von uns ein etwas besserer Mensch sein möchte.
Diese positive Veränderung ist für jeden möglich – egal, ob es um erfüllendere Taten, schönere Worte oder um positivere Gedanken geht.
Ground and Wander soll dir den vielleicht letzten Stups geben, den für dich richtigen Weg zu finden und dich ermutigen, ihn auch zu gehen.
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